Jaume: Sammler des „kleinen Prinzen“

Photo de Jaume Arbonés Es gibt viele Sammler unterschiedlicher Ausgaben des „kleinen Prinzen“ in der ganzen Welt. Nach der Begegnung mit dem Franzosen Patrick Tourreau treffen wir Jaume Arbonés, ebenfalls ein leidenschaftlicher Sammler.

Jaume entdeckt den „kleinen Prinzen“ mit 9 Jahren, und ist vor allem von den Zeichnungen beeindruckt. Erst viel später, mit 18 Jahren, – eine Zeit, an die er sich sehr gut erinnert, da es für ihn auch die Zeit der ersten großen Liebe ist –, beginnt er bei der erneuten Lektüre des Texts dessen tieferen Sinn zu verstehen. Jaume reist durch die ganze Welt und versucht in jedem Land, Originalausgaben des „kleinen Prinzen“ für seine neu begonnene Sammlung aufzustöbern: „ein Souvenir, ein Beleg meiner Reise“, erklärt er. Heute ist Jaume 36 Jahre alt, ist verheiratet und Vater des kleinen Antoni (katalanische Version für Anton). Der Ökonomist und Geschäftsmann stellt sich gern als ein „passionierter Liebhaber vom „kleinen Prinzen“ dar. Er besitzt bereits rund 600 Ausgaben in 178 Sprachen.

Sammeln und Reisen
Collection du Petit Prince - Jaume Arbonésaumes Sammelleidenschaft bestimmt in gewisser Hinsicht seine Lebensweise: Für eine Ausgabe in Papiamentu reiste der Sammler nach Venezuela. Sein Kontakt war der Übersetzer selbst, ein Mann ohne Internet und Telefon. Mithilfe eines Vereins gelang es Jaume, ihn zu treffen. Diskussionen, Musik und Lieder gestalten die Treffen dieser beiden Männer, es entsteht eine Verbindung. Jaume erfährt, dass fast die gesamte Ausgabe einer Überschwemmung zum Opfer gefallen ist. Stanley Cras hat noch ein paar Exemplare, die er in einer Blechdose aufbewahrt. Jaume kauft sie, um sie seinen Sammlerfreunden zukommen zu lassen. Der Geist des „kleinen Prinzen“ ist präsent.

Sprachen retten, Geister wachrütteln
Jaume träumt davon, eine komplette chronologische Reihenfolge aller Ausgaben zu erstellen, von der ersten Ausgabe (1943) bis zu den jüngsten Ausgaben, wohlwissend, dass es schwierig ist, heute selbst das Umschlagbild einiger seltener Ausgaben zu finden. Seine Aktion geht jedoch viel weiter. Jaume ist sich dessen bewusst, dass Sprachen das Erbe der Menschheit darstellen und dass viele vom Aussterben bedroht sind. Er bemüht sich auf seine Art und Weise diese Sprachen zu bewahren, indem er die Übersetzung und Veröffentlichung des „kleinen Prinzen“ in diesen Sprachen unterstützt. So ist es ihm zu verdanken, dass 2005 „Der Kleine Prinz“ ins Aranesische übersetzt wurde, eine Sprache, die von 2000 Menschen in den Pyrenäen gesprochen wird. Das ist, so glaubt Jaume, das beste Mittel, um zum einen die Werte des „kleinen Prinzen“ zu verbreiten und zum anderen seltene Sprachen aufzuwerten. Jaume beteiligt sich an der Finanzierung von neuen Übersetzungen und hilft ausländischen Verlagen, Kontakt mit dem französischen Verlag Gallimard aufzunehmen, der die internationalen Rechte besitzt. Ferner ist Jaume Vizepräsident des Vereins Die Freunde des „kleinen Prinzen“ Kataloniens, der das Buch in Schulen vorstellt und öffentliche Lesungen veranstaltet, vor allem für Neuankömmlinge in Katalonien. Doch ist dies eine andere Geschichte …
Heute ist Jaume auf der Suche nach Originalausgaben in folgenden Sprachen:
O mikrós príngkipas (griechisch, 1957);
Elena Šmatláková (slowakisch, 1959);
Maliot Princ (mazedoniscj, 1960);
Chotto Rajkumar (bengalisch, 1970);
Pangeran Kecil (indonesisch, 1979);
Prans-e Kuchek (dari, 1983).

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