Im Theater


Die erste Bühnenfassung des „Kleinen Prinzen“ geht auf das Jahr 1963 zurück. Es handelt sich um eine Inszenierung von Raymond Jérôme im Pariser Théâtre des Mathurins. Inzwischen gibt es mehrere Hundert Bühnenfassungen des „Kleinen Prinzen“ in Frankreich und im Ausland. Das Stück wird für Schulklassen, von Amateur- und Berufsschauspielern aufgeführt.

Einige werden viele Jahre lang gespielt, andere feiern über Frankreichs Grenzen hinaus, in Japan, Amerika, in der arabischen Welt und Afrika, große Erfolge. Anlässlich des 60. Jahrestags der Veröffentlichung des „Kleinen Prinzen“ führte Virgil Tanase  im Pariser Theater Michel die Regie einer neuen Bearbeitung des „Kleinen Prinzen“, die heute noch in Frankreich und im Ausland aufgeführt wird.

 

Musiktheater (zum Beispiel die Aufführung 2001 in Paris von Richard Cocciante oder die Aufführungen in Korea, Hong-Kong und in den USA), Oper („The Little Prince“ von Rachel Portman, „Der Kleine Prinz” von Nikolaus Schapfl) oder Ballet („Le Petit Prince“, Choreografie von Katarina Stojkov-Slijepcevic zu einer Musik von Aleksandra Ðokic), „Der kleine Prinz“ ist bei jedem Publikum auf allen fünf Kontinenten beliebt.

Die Aufführung von Richard Cocciante

Die Oper von Rachel Portman

In Frankreich wurden vor kurzem eine Reihe neuer Bearbeitungen des „kleinen Prinzen“ vorgestellt. In der Aufführung von Sonia Petrovna mischen sich Musik, Gesang Ballett.

Der Regisseur Stéphane Pezerat stellt eine am Originaltext ausgerichtete Vision vor. Die Rolle des kleinen Prinzen wird von 3 Kindern im Alter von 7 bis 10 Jahren gespielt!

Virgil Tanase

Virgile Tanase wurde 1945 im rumänischen Galtzi geboren. Nach Abschluss seines Literaturstudiums und seines Studiums am Institut für Theater und Film in Bukarest, dem ein Studium an der Ecole des hautes études in Paris folgte, verteidigt er seine Dissertation über die „Semiologie der Inszenierung“, die von Roland Barthes betreut wurde.

In der Zeit von 1977 bis 1993 arbeitet er als Journalist für „Actuel“, „Médias“, „l’Economie“ und „Vendredi“, als Redakteur beim Radiosender Free Europe und ist beim französischen Kultursender France Culture für die Abteilung „Dramatische Kunst“ zuständig. Heute leitet Virgil Tanase das Rumänische Kulturzentrum in Paris.

Er ist Officier des Arts et des Lettres/Offizier des Ordens der Künste und der Literatur, Preisträger des Literaturpreises der Rumänischen Akademie und hat ein Dutzend Romane veröffentlicht, unter anderem „Portrait d’homme à la faux dans un paysage marin“ (Flammarion, 1976), „Le bal de la goélette du pirate aveugle“ (Gallimard, 1987) und „Zoïa“ (Allfa 2001). Darüber hinaus schreibt Virgil Tanase Texte fürs Theater: „Le Paradis à l’amiable“ oder „A Noël après la Révolution“. Ferner hat er Texte von Balzac, Louise Labé, Tschechow oder auch Flaubert für’s Theater bearbeitet.

In Rumänien führte er insbesondere im Nationaltheater in Bukarest, in Frankreich, am Théâtre Renaud-Barrault und Théâtre de l’Odéon Regie. 2001 wird Virgil Tanase beauftragt, den „Kleinen Prinzen“ fürs Theater zu bearbeiten. Das Stück wird im Pariser Théâtre Michel und anschließend im Théâtre des Champs-Elysées aufgeführt.

Richard Cocciante

Richard Cocciante wurde am 20. Februar 1946 in Saigon als Sohn eines italienischen Vaters und einer französischen Mutter geboren. Er erhält Klavierunterricht und begeistert sich sowohl für klassische Musik als auch für Blues und die Beatles. In den 1970er Jahren macht er mehrere Plattenaufnahmen, mit denen er sich einen Namen macht. 1978 erobert „Margherita“ das Herzen des Publikums. Seine Lieder werden auf Italienisch, Französisch, Englisch und Spanisch gesungen.

Richard Cocciante arbeitet mit Luc Plamondon an einer Neufassung der „Miserablen“ von Victor Hugo. „Notre-Dame-de-Paris“ feiert in Frankreich und im Ausland einen Riesenerfolg. 2002 inszenieren Richard Cocciante und Elisabeth Anaïs im Casino de Paris ihren „Kleinen Prinzen“, ein Musical mit Daniel Lavoie in der Rolle des Piloten und Jeff, einem jungen Künstler von 13 Jahren, in der Rolle des kleinen Prinzen.

Rachel Portman

Rachel Portman wird am 11. Dezember 1960 in der englischen Surrey geboren. Ihre ersten Stücke komponiert sie bereits mit 13 Jahren. Als Studentin schreibt sie Musik für Theaterproduktionen und Filme ihrer Studienkollegen. Nach ihrem Studium arbeitet sie mit Film- und Fernsehregisseuren, darunter Mike Leigh und Jim Henson.

1999 erhält Rachel Portman den Young Composer Of The Year-Award vom Britischen Filminstitut und setzt darauf hin ihre Arbeit in den USA fort. Sie schreibt die Originalmusik für mehrere Filme wie „Herbstzeitlose/Used People“ (1991) von Beeban Kidron, „Willkommen in Wellville“/„Road to Wellville“ (1994) von Alan Parker, Die Legende von Bagger Vance/The Legend of Bagger Vance (2000) von Robert Redford oder auch das „Mona Lisas Lächeln“/„Mona Lisa Smile“.

„Der kleine Prinz“ (2003) ist die erste Oper von Rachel Portman, der Spezialisten für „narrative Melodien“.

Nikolaus Schapfl

Nikolaus Schapfl wird 1963 in München geboren. Mit 14 Jahren komponiert er sein ersten Stücke, einige Jahre später gibt er als Amateur Klavierkonzerte. Er studiert in München Bauingenieurwesen und gleichzeitig Komposition am Meistersingerkonservatorium in Nürnberg. Von dort wechselt er ans Mozarteum in Salzburg, wo er 1996 sein Studium mit Auszeichnung abschließt. Gleichzeitig studiert er an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und setzt seine Karriere als Pianist und Komponist fort. Seine Musik findet internationale Anerkennung.

Im Alter von 6 Jahren schenkt ihm sein Onkel den „Kleinen Prinzen“. Ohne die Komplexität des Buches zu erfassen, findet er besonderen Gefallen an der Rose. 10 Jahre später begegnet er dem Text erneut im Französischunterricht. Die Idee, eine Oper zu schreiben, wird 1990 geboren. Er beginnt die ersten Melodie-Entwürfe niederzuschreiben, wobei er der festen Überzeugung ist, dass die Figurgen von Saint-Exupéry die notwendige dramatische Ausdrucksstärke für eine musikalische Aufführung haben. 1998 wird die Oper in Konzertform Salzburg uraufgeführt. Es folgen eine Reihe von Konzerten in Agay, im Prinzregententheater in München und im Schloss Blünbach bei Salzburg. Die Oper von Nikolaus Schapfl hat im Staatstheater Karlsruhe am 25. März 2006 vor 2500 Zuschauern unter der Regie von Peer Boysen Premiere. Die Aufführung findet anlässlich des 60. Jahrestages der Veröffentlichung des „Kleinen Prinzen“ in Frankreich statt.