Neues vom kleinem Prinzen

VÉRONIQUE: Würde mir „Der kleine Prinz“ erzählt


„Der kleine Prinz“ wird im Theater aufgeführt, als Oper dargeboten, getanzt oder als Musical aufgeführt. Es gibt Lieder und verschiedene Bearbeitungen für Film und Fernsehen…! Heute also wird uns „Der kleine Prinz“ erzählt.

Véronique Deroide ist „Erzählerin“. Sie übt diesen Beruf seit 14 Jahren aus und ist dem „kleinen Prinzen“ ersten Mal in der Schule, als sie in der 2. Klasse war, zum ersten Mal begegnet. Sie wird ausgewählt, ihre Klasse bei einem Vortragswettbewerb zu vertreten und soll einen Auszug aus dem „kleinen Prinzen“ vortragen. Es handelt sich um die Stelle, in der der kleine Prinz dem Piloten vorwirft, behauptet zu haben, dass Rosendornen gar keinen Zweck haben und die Blumen sie aus reiner Boshaft wachsen lassen. Dies ist jedoch nicht das Ende der Geschichte. Véronique Deroide begegnet dem kleinen Prinzen am Tage ihrer Hochzeit wieder. Ihre Freunde überreichen ihr bei dieser Gelegenheit die Lehren des Fuchses.

Véroniques Umsetzung

Es war jedoch die Begegnung mit dem Erzähler Bruno de la Salle, die Véronique den Anstoß gab, den „kleinen Prinzen“ zu erzählen. Hierzu braucht sie nichts als ihr erzählerisches Talent. Sie erzählt die ganze Geschichte. Das ist magisch und entspricht dem „Zeitgeist“. „Unsere Epoche ist zu materialistisch, sodass in uns das Gefühl eines Mangels, auch das Gefühl von Unsicherheit entsteht, von dem wir uns durch Konsum zu befreien versuchen…, eine Konsum- und Konsumentengesellschaft!“ „Der kleine Prinz“ hingegen gibt uns Vertrauen, lässt uns unsere Furcht überwinden und ermöglicht es uns, auf andere oder auch uns selbst zuzugehen. Véronique Deroide lässt ihre Zuhörer aufhorchen und bemüht sich diese mit den Worten von Antoine de Saint-Exupéry, die in ihrer Erzählung greifbar werden, zu berühren.

„Der kleine Prinz spricht zum Menschen von seiner eigenen Menschlichkeit“

An das Wesentliche erinnern und Beziehungen knüpfen
Véronique ist allein auf dem Asteroiden B612 oder in der Sahara. Sie hat jedoch ihre Stimme. Sie spricht und erzählt …! Erzählen ist eine Kunst, die Kunst das Publikum ohne Kunstgriffe zu fesseln … Ein wenig Musik, ein Schleier genügen … Wie einstmals Saint-Exupéry bringt auch die Erzählerin ihre Beunruhigung in Bezug auf unsere Epoche zum Ausdruck. Eine Epoche, in der hunderte von Büchern über „Wohlbefinden“ handeln, ohne uns zu berühren. „Der kleine Prinz“ ist ein einfaches Buch, das es uns ermöglicht, zu handeln, und das uns dabei hilft, sich gegen das Unbehagen, das von allen Seiten auf uns eindringt, zu schützen.

Bittet man Véronique die Universalität der Fabel zu erklären, fasst Véronique diese in einem einfachen Satz zusammen: „Der kleine Prinz spricht direkt zum Menschen von seiner eigenen Menschlichkeit.“

„Märchen“ gehören zur Welt der Kinder. Véronique möchte jedoch dieses Mal auch die „großen Leute“ ansprechen. Wie in früheren Zeiten, beim abendlichen familiären Beisammensein.
Véroniques Erzählung lädt uns ein, in uns das Kind, das noch immer in uns schlummert, zu wecken und zwar in der Hoffnung, dass wir unserem Begehren, „die Sterne besitzen zu wollen“, widerstehen und dass wir andererseits den Wunsch verspüren, für eine Rose verantwortlich zu sein.

Weitere Informationen finden Sie: auf der Website von Véronique Deroide

 


Mino HIROSHI: Auf der Suche nach dem Sinn


Japan ist ein Land in dem „Der kleine Prinz“ unheimlich beliebt ist, so sehr, dass ihm sogar ein Museum gewidmet wurde. Heute möchten wir Ihnen Mino Hiroshi vorstellen, Universitätsprofessor und Schriftsteller, Spezialist von Albert Camus und Antoine de Saint-Exupéry und Autor zweier Bücher über den „kleinen Prinzen“.

Mino Hiroshi hat Romanistik studiert. Seine Lieblingsautoren sind Camus, Sartre und Malraux. Den Charme und die Tiefe des Buches entdeckte er als er anfing, den „kleinen Prinzen“ mit seinen Studenten zu lesen: „Dieser Text steht seither im Zentrum meiner literarischen Arbeit“, präzisiert er.

Das Rätsel des ‚kleinen Prinzen’, ein Werk von Mino Hiroshi
Nach einem Werk über „Der Fremde“ von Albert Camus (dessen französische Übersetzung bei José Corti erschienen ist) beschließt Mino Hiroshi sein nächstes Buch dem „kleinen Prinzen“ zu widmen. Das Werk von Antoine de Saint-Exupéry ist in Japan gewiss sehr beliebt, doch betrachtet man es zu Unrecht als ein Kinderbuch. Bei seiner Analyse des „kleinen Prinzen“ geht Mino Hiroshi gleichsam chirurgisch vor: Mit der Widmung an Léon Werth beginnend endet seine Studie mit der letzten Zeile der insgesamt 27 Kapitel. Er nimmt jedes Wort, jeden Satz unter die Lupe, um die versteckten Bedeutungen und möglichen Interpretationen herauszuarbeiten.

„Bitte… zeichne mir ein Schaf!“ ist laut Mino Hiroshi der „Auslöser“ für die Erzählung. Diese Aufforderung ist ein Appell an den Piloten, auf den dieser reagiert und der ihn eine außergewöhnliche Erfahrung machen lässt. Anstatt autobiografische Elemente herauszuarbeiten, wie es sich für einen guten Universitätsprofessor gehört, geht Mino Hiroshi auf alle Behauptungen des kleinen Prinzen ein, um zu beweisen, dass sie der Ausdruck einer Philosophie sind, und dass ihre augenscheinliche Einfachheit im Grunde ein komplexes und bereicherndes Denksystem verbirgt.

Derzeit arbeitet Professor Mino Hiroshi an einer „kleinen Enzyklopädie des ‚kleinen Prinzen’“ und an einem Buch für die „großen Leute“, die sich viele Fragen über die einzelnen Aspekte des Buches stellen: seinen Inhalt, seine Geschichte, seine Entstehung, sein Echo, seine Verbreitung, seine Weiterführung.

„Der kleine Prinz“ in Japan
Für Mino Hiroshi trägt die Eröffnung des Museums in Hakone dazu bei, den „kleinen Prinzen“ in Japan noch bekannter zu machen. Es gibt bereits rund zwanzig Übersetzungen des philosophischen Märchens von Antoinde de Saint-Exupéry. „Diese äußerst zahlreichen Übersetzungen haben es ermöglicht, den Leserkreis auf alle Generationen zu erweitern“, bestätigt Mino Hiroshi, der den Erfolg des „kleinen Prinzen“ mit dem Erfolg des Werks von Hayao Miyazaki (dem berühmten Zeichentrick-Regisseur, zu dessen Werk Filme wie Porco Rosso oder Prinzessin Mononoke gehören) vergleicht. Laut Mino Hiroshi strahlen Saint-Exupéry und Miyazaki denselben Zauber auf Kinder aus, indem sie auch die Erwachsenen dazu bewegen, über die Probleme der modernen Gesellschaft nachzudenken. Groß und Klein fragen sich, warum der kleine Prinz so melancholisch ist. Warum beschließt er zu sterben? Sie stellen sich all diese Fragen, die zum „Wesentlichen“ führen, zu dem, was man nur mit dem Herzen sieht. In einem Land, in dem die Kinder den Fuchs, die Rose und die Schlange kennen, noch bevor sie das Buch gelesen haben, ist Mino Hiroshi überzeugt, dass alle, Jung und Alt, von der Lektüre dieses wundertätigen Textes von Antoine de Saint-Exupéry profitieren.

Bis heute wurde kein Buch von Mino Hiroshi über den „kleinen Prinzen“ ins Französische übersetzt.


Das Kleine Frankreich des Herrn Han


Herr Han, ein Freund des „kleinen Prinzen“ und großer Frankreichfan hat beide Leidenschaften in einem Projekt vereinigt und ein „Kleines Frankreich“ in Südkorea geschaffen.

Herr Han ist Unternehmer. In seinen zwei Baufirmen beschäftigt er rund 800 Mitarbeiter. In den letzten 30 Jahren hat er ca. fünfzig Mal Frankreich, das Land von Antoine de Saint-Exupéry, besucht. Herr Han liebt Frankreichs Landschaften, seine Architektur, sein kulturelles Erbe, seine Gastronomie und nicht zuletzt sein dolce vita. Ferner liebt er die Bücher von Antoine de Saint-Exupéry.

Ein kleines Paradies auf Erden
Herr Han träumte davon, mit seinen Landsleuten ein Stückchen dessen zu teilen, was er an unserem Land so schätzt. So wurde das Projekt „Kleines Frankreich“ geboren, das heute – eine Stunde von Seoul entfernt – in einer 25-Millionen-Einwohnerstadt zu finden ist. Hier fand er ein ruhiges Fleckchen Erde am Gapyeong-See und ließ eine Museumsstadt errichten, in der jedes einzelne Haus französische Kultur verkörpert. Die Besucher verbringen hier angenehme Tage, in im französischen Stil, mit französischen Originalmöbeln eingerichteten Häusern. Die besondere Architektur des „Kleinen Frankreich“ hat sogar das Team der in Korea äußerst beliebten Fernsehserie „Beethoven Virus“ angezogen.

Hier ist der kleine Prinz ein „VIP“. Herr Han liebt die französische Literatur, die Werke von Antoine de Saint-Exupéry und ganz besonders den „kleinen Prinzen“. Seine liebste Episode ist, wie sollte es anders sein, die Begegnung mit dem Fuchs! In einem Land, in dem es über 350 verschiedene Ausgaben des „kleinen Prinzen“ – Orin Wanja, wie er auf Koreanisch heißt – gibt, der im Übrigen auch als Comic-Version existiert, sind diejenigen, die den „kleinen Prinzen“ kennen oder von ihm gehört haben, entzückt, im „Kleinen Frankreich“ die Welt dieser magischen Figur, die durch Statuen und Wandmalereien heraufbeschworen wird, hier wieder zu begegnen.

Ein dem kleinen Prinzen gewidmetes Dorf
Mit Unterstützung der Rechtsnachfolger von Saint-Exupéry wollte Herr Han das Leben „à la française“ mit der Botschaft einer an Lebensweisheit so reichen Fabel vereinen. Saint-Exupéry ist in Korea „eine Art Legende, ein Ritter der Luftfahrt, eine philosophische und humanistische Referenz“. Herr Han ist glücklich, seine Bewunderung mit den Gästen seines „Dorfes“ teilen zu können. Die Besucher lassen sich gern mit der Statue des kleinen Prinzen oder seines Freundes dem Fuchs fotografieren …! In einer ständigen Ausstellung entdecken sie das Leben von Antoine de Saint-Exupéry und die Entstehungsgeschichte des „kleinen Prinzen“. Für die kleinen Gäste gibt es ein Theaterstück.

Das „Kleine Frankreich“, das hofft rund 500 000 Besucher jährlich zu empfangen; ist nicht nur eine touristische Attraktion sondern vielmehr ein Ort, wo sich Lebensfreude mit Lebensphilosophie in Begleitung einer Märchenfigur mischen. 

Viel Spaß beim Besuch des „Kleinen Frankreich“!


Marylène: den „kleinen Prinzen“ weitergeben


Gewisse Ereignisse im Leben sind schmerzhaft, können jedoch eine ungeahnte geistige Bereicherung bedeuten. Wir treffen uns mit Marylène Le Bihan, einer Frau, die von Saint-Exupéry und dem „kleinen Prinzen“ getragen wird und die unaufhörlich ihre Leidenschaft an alle weitergibt, die sie trifft…

Bevor wir über Marylène und ihre Passion sprechen, möchten wir ihre Geschichte erzählen. 1990 verliert sie ihren kleinen zweijährigen Sohn Morgan. Am nächsten Tag hält ein befreundeter Pfarrer eine Messe für den kleinen Verstorbenen und liest das Kapitel XXVI des „kleinen Prinzen“, in dem dieser seinem Freund dem Piloten verrät, wie er ihn nach seiner Heimreise finden kann: „Es wird aussehen, als wäre ich tot, und das wird nicht wahr sein…”, sagt er ihm. Der kleine Prinz erklärt seinem Freund, dem Piloten, dass er immer für ihn gegenwärtig sein werde, wenn dieser in den Himmel blicken und unter den vielen Sternen seinen Planeten sehen werde, von dem der kleine Prinz ihm zulachen werde.
Einige Zeit später spielt derselbe Pfarrer Marylène die Schallplattenaufnahme vor, in der Gérard Philipe den Text von Antoine de Saint-Exupéry liest. Marylène hört sich diese Aufnahme mehrmals an und entdeckt einen Text wieder, den sie kurz in der Schule behandelt hatten. Diesmal jedoch erkennt sie dessen Schönheit und tiefen Sinn. Man schenkt ihr eine Biografie über Saint-Exupéry. Eine Leidenschaft ist geboren!

Auf der Suche nach Saint-Exupéry
Beim Lesen der Biografie und der Texte von Antoine de Saint-Exupéry entdeckt Marylène einen „Mann mit einem großen Herzen und wahren Werten“. Sie besucht die Orte, an denen Saint-Exupéry weilte, und trifft einige seiner Erben. 1996 wird sie von Howard Scherry, einem bekannten amerikanischen Spezialisten Saint-Exupérys, ermutigt, selbst Vorträge über Antoine de Saint-Exupéry und sein Werk zu halten. Sie spricht über das Abenteuer von Aéropostale, die Freunde von Saint-Exupéry und vor allem über den „kleinen Prinzen“, seinen Sinn und seine Werte. Marylène erinnert sich an eine sechsmonatige Arbeit mit einer Vorschulklasse. „Die Reflexionen der Kinder entsprachen ungeachtet ihres Alters durchaus der Unbedarftheit eines Texts, dessen Botschaft sie problemlos verstanden.“ Marylène richtet sich an ein breites Kinderpublikum. Manche dieser Kinder, inzwischen Teenager, erkennen sie wieder und danken ihr, sie gelehrt zu haben, was Freundschaft ist. „In diesen Momenten sage ich mir, dass ich mein Ziel erreicht habe“, vertraut Marylène uns an.

Ein Freund, ein Begleiter und Wegweiser
„Der kleine Prinz“ hat Marylènes Leben verändert. Dank Antoine de Saint-Exupéry sieht sie ihre Mitmenschen mit anderen Augen und ist in der Lage, hinter der äußeren Hülle „das Unsichtbare zu zu sehen“. Begegnungen mit anderen Menschen haben jetzt einen anderen Stellenwert, und sie ist in der Lage, die Welt mit ihrer Kinderseele wahrzunehmen. „Der kleine Prinz“ hat ihr geholfen, ihre Trauer und Verzweiflung zu überwinden und anderen, die vielleicht auch das Bedürfnis haben, mit dem Herzen zu sehen, diesen Weg aufzuzeigen.


Antonio: der „Verbindungsmann“


autour_pp_antonio.jpg Es ist für uns eine Freude und Pflicht, Sie mit Menschen bekannt zu machen, die den „kleinen Prinzen“ mögen wie auch Sie es tun und die sich um ihn versammeln. Heute fahren wir nach Italien, um Antonio Massimo Fragomeni zu treffen. Antonio ist Philanthrop und ein guter Freund des kleinen Prinzen. Bei seiner ersten Begegnung mit dem „kleinen Prinzen“ war er bereits erwachsen. Als junger Mann im Alter von 30 Jahren war er auf der Suche nach einem Geschenk für eine Studienkollegin. Er stößt auf ein kleines Buch, das er nie zu vor gesehen hatte, das ihm jedoch interessant erscheint: „Der kleine Prinz“. Leider oder zum Glück besaß seine Freundin das Buch sowohl im Original als auch in der Übersetzung. Antonio behält somit das Buch, das dann erst einmal auf seinem Schreibtisch zusammen mit seinen Informatikbüchern rumliegt.

Der Wert der Kindheit
Nach zwei Monaten öffnet er es per Zufall und ist perplex: „Ich fand mit einem Male tausend wesentliche Dinge, die ich beim Erwachsenwerden völlig verdrängt hatte!“ Antonio wird bewusst, dass er sich von seiner Freundin (derjenigen, der er das Buch schenken wollte) zähmen ließ, und muss sich eingestehen, dass der Fuchs, der diese Lebenslektion erteilt, Recht hatte. Antonio wird plötzlich klar, wie wichtig die Werte der Kindheit sind: diese einfachen Dinge, aus jener Zeit, in der man mit Unschuld die Welt entdeckt, in der man sich völlig arglos auf sie einlässt und in der die eigenen Gefühle die überwältigende Wahrheit des Spontanen besitzen: „Wir träumen  und gehen mit unserem Herzen und unserer Fantasie auf Entdeckungsreise. Zwar begreift der Erwachsene, so Antonio, besser die Realität und die Fragen des Lebens, doch dreht er der Kindheit den Rücken zu.

Der Wert der Freundschaft

autour_pp_biblio1_antonio.jpg Bewegt durch das, was er soeben dank dem kleinen Prinzen entdeckt hat, fragt Antonio sich, ob es nicht andere Menschen auf der Welt gibt, die dieselben Gefühle für seinen soeben auf den Seiten eines Buches entdeckten Freund hegen. So wird die Idee geboren, eine Website zu starten, die dem „kleinen Prinzen“ gewidmet ist. Hier zitiert er das bekannte Kapitel XXI, in dem der kleine Prinz dem Fuchs begegnet. Den Besuchern seiner Website möchte Antonio eine Botschaft vermitteln, die für ihn von höchster Bedeutung ist: „Kaufen Sie das Buch, lesen Sie es, und verschenken sie es weiter.“ Sammeln ist nicht Antonios oberstes Ziel. Es geht ihm nicht darum, seltene Ausgaben oder Exemplare zu horten und dem Geschäftsmann in Kapitel XIII gleich zu werden, der Reichtümer anhäuft, ohne zu wissen warum, einzig und allein, um zu besitzen. Sein Exemplar des „kleinen Prinzen“ ist für Antonio einzig in der Welt. Die spanische, französische und englische Ausgabe sind natürlich interessenhalber hinzugekommen, um zu sehen, wie diese Worte und Sätze in einer anderen Sprache klingen und auch weil Internauten, die die italienische Fassung suchen, ihm im Gegenzug, eine Fassung in ihrer Sprache zukommen lassen. So vollzieht sich in Antonio eine wundersame Wandlung: Er beginnt, ausländische Ausgaben zu sammeln. Den „kleinen Prinzen“ in der ganzen Welt bekannt zu machen, ist die beste Art und Weise Saint-Exupérys Werk in Ehren zu halten. Für Antonio sind seine 440 Exemplare des „kleinen Prinzen“ in 173 Sprachen aus 98 Ländern eine „Sammlung, die ihn vor allem mit anderen Menschen verbindet“. Er besitzt in der Tat einige wenige seltende Ausgaben, was jedoch nicht das Wesentliche ist. Das Wesentliche, das, „was für die Augen unsichtbar ist“, ist das Freundschaftsnetz, das er dank dem „kleinen Prinzen“ rund um die Welt, gewoben hat.


In Begleitung des „kleinen Prinzen“


Für viele Menschen ist „Der kleine Prinz“ ein Freund aus der Kindheit, dem man nach langen Jahren wiederbegegnet. So auch für Emeline (34), Lehrerin, Leiterin eines Ferienzentrums und Freundin des kleinen Prinzen.

Emeline entdeckt den „kleinen Prinzen“ im Alter von vier oder fünf Jahren, in einer Schallplattenaufnahme von Gérard Philipe. Seine sanfte und tiefe Stimme prägt sich dem kleinen Mädchen ein. Mit sieben Jahren lernt sie lesen und taucht allein in das Buch ein, das für sie ein Märchen ist.

Emeline als Lehrerin 
Später in ihrer Arbeit als Grundschullehrerin macht sie sich Gedanken darüber, wie sie ihren Schülern die Lust zum Lesen vermitteln kann. Über das Internet tauscht sie sich mit anderen aus und stellt fest, in welchem Maße der Text Saint-Exupérys viele Menschen berührt hat und immer noch berührt. Sie tauscht ihre Lieblingszitate mit Freunden aus und beginnt schließlich Gegenstände zu sammeln, die mit dem „kleinen Prinzen“ in Verbindung stehen (Briefpapier, englische Ausgabe, Spiele …). Emeline unterrichtet in einer Klasse, in der zwei Jahrgangsstufen (1. und 2. Klasse) zusammengefasst sind und sucht somit nach einem Buch, dass für alle Schüler verständlich ist: „Der kleine Prinz“. Die Kinder hören Auszüge aus der Schallplatte, die sie selbst als Kind gehört hat. Anschließend bittet sie alle Schüler nach der Bedeutung der einzelnen Fragmente der Erzählung zu suchen und die ihnen unbekannten Wörter zu nennen. Ihre Schüler diskutieren über Freundschaft, das Verhältnis zwischen Kindern und Erwachsenen, über die Art und Weise, die Welt für sich zu entdecken, über das, was wesentlich jedoch nicht sichtbar ist… Für Emeline hat der Text einen immensen pädagogischen Wert; „Schüler der 2. Klasse haben eine Bühnenbearbeitung des „kleinen Prinzen“ aufgeführt. Die Figuren, die Themen, die Fantasie, alles ist pädagogisch wertvoll … Lehrer können immer wieder auf’s Neue aus diesem Text schöpfen …“

Emeline als Animateurin 
2005 wird Emeline gebeten, im Rahmen der Organisation Aventure scientifique (Abenteuer Wissenschaft) ein Ferienlager für Sechs- bis Neunjährige zu organisieren. Sofort denkt sie an den „kleinen Prinzen“. Saint-Exupérys Rechtsnachfolger erteilen die Genehmigung für die Verwendung der Texte und Illustrationen und schlagen Aventure scientifique anlässlich des 60. Geburtstags des kleinen Burschen sogar eine Partnerschaft vor. Das Prinzip des Ferienlagers ist einfach: Acht Tage lang machen sich die Kinder auf die Suche nach dem kleinen Prinzen. Mit einem als Pilot verkleideten Animateur besuchen die Wissenschaftslehrlinge „Themenplaneten“ (den Wasserplaneten, den astronomischen Planeten etc.) oder lebe mit den als Figuren des Buchs verkleideten Animateuren. Auf der Suche nach ihrem neuen Freund machen die Kinder Entdeckungen und führen wissenschaftliche Experimente durch . Ein Ferienlager im Zeichen der Fantasie, der Entdeckung und natürlich des kleinen Prinzen. Im Anschluss an ihre Entdeckungsreise erhält jedes Kind ein Exemplar des Buchs.

Befragt man Emeline über die Bedeutung, die das Buch heute hat, so spricht sie von einer „universellen Dimension“. Das Buch handelt vom Aufeinanderzugehen, aber auch von der Entdeckung einer Welt, in der alles unter dem Zeichen des Provisorischen steht, in der alles vergänglich ist. Emeline besitzt ein Schaf auf Rädern, das sie in einer Schachtel in der hintersten Ecke ihres Schranks aufbewahrt: für ihre Kinder…

 


Jaume: Sammler des „kleinen Prinzen“


Photo de Jaume Arbonés Es gibt viele Sammler unterschiedlicher Ausgaben des „kleinen Prinzen“ in der ganzen Welt. Nach der Begegnung mit dem Franzosen Patrick Tourreau treffen wir Jaume Arbonés, ebenfalls ein leidenschaftlicher Sammler.

Jaume entdeckt den „kleinen Prinzen“ mit 9 Jahren, und ist vor allem von den Zeichnungen beeindruckt. Erst viel später, mit 18 Jahren, – eine Zeit, an die er sich sehr gut erinnert, da es für ihn auch die Zeit der ersten großen Liebe ist –, beginnt er bei der erneuten Lektüre des Texts dessen tieferen Sinn zu verstehen. Jaume reist durch die ganze Welt und versucht in jedem Land, Originalausgaben des „kleinen Prinzen“ für seine neu begonnene Sammlung aufzustöbern: „ein Souvenir, ein Beleg meiner Reise“, erklärt er. Heute ist Jaume 36 Jahre alt, ist verheiratet und Vater des kleinen Antoni (katalanische Version für Anton). Der Ökonomist und Geschäftsmann stellt sich gern als ein „passionierter Liebhaber vom „kleinen Prinzen“ dar. Er besitzt bereits rund 600 Ausgaben in 178 Sprachen.

Sammeln und Reisen
Collection du Petit Prince - Jaume Arbonésaumes Sammelleidenschaft bestimmt in gewisser Hinsicht seine Lebensweise: Für eine Ausgabe in Papiamentu reiste der Sammler nach Venezuela. Sein Kontakt war der Übersetzer selbst, ein Mann ohne Internet und Telefon. Mithilfe eines Vereins gelang es Jaume, ihn zu treffen. Diskussionen, Musik und Lieder gestalten die Treffen dieser beiden Männer, es entsteht eine Verbindung. Jaume erfährt, dass fast die gesamte Ausgabe einer Überschwemmung zum Opfer gefallen ist. Stanley Cras hat noch ein paar Exemplare, die er in einer Blechdose aufbewahrt. Jaume kauft sie, um sie seinen Sammlerfreunden zukommen zu lassen. Der Geist des „kleinen Prinzen“ ist präsent.

Sprachen retten, Geister wachrütteln
Jaume träumt davon, eine komplette chronologische Reihenfolge aller Ausgaben zu erstellen, von der ersten Ausgabe (1943) bis zu den jüngsten Ausgaben, wohlwissend, dass es schwierig ist, heute selbst das Umschlagbild einiger seltener Ausgaben zu finden. Seine Aktion geht jedoch viel weiter. Jaume ist sich dessen bewusst, dass Sprachen das Erbe der Menschheit darstellen und dass viele vom Aussterben bedroht sind. Er bemüht sich auf seine Art und Weise diese Sprachen zu bewahren, indem er die Übersetzung und Veröffentlichung des „kleinen Prinzen“ in diesen Sprachen unterstützt. So ist es ihm zu verdanken, dass 2005 „Der Kleine Prinz“ ins Aranesische übersetzt wurde, eine Sprache, die von 2000 Menschen in den Pyrenäen gesprochen wird. Das ist, so glaubt Jaume, das beste Mittel, um zum einen die Werte des „kleinen Prinzen“ zu verbreiten und zum anderen seltene Sprachen aufzuwerten. Jaume beteiligt sich an der Finanzierung von neuen Übersetzungen und hilft ausländischen Verlagen, Kontakt mit dem französischen Verlag Gallimard aufzunehmen, der die internationalen Rechte besitzt. Ferner ist Jaume Vizepräsident des Vereins Die Freunde des „kleinen Prinzen“ Kataloniens, der das Buch in Schulen vorstellt und öffentliche Lesungen veranstaltet, vor allem für Neuankömmlinge in Katalonien. Doch ist dies eine andere Geschichte …
Heute ist Jaume auf der Suche nach Originalausgaben in folgenden Sprachen:
O mikrós príngkipas (griechisch, 1957);
Elena Šmatláková (slowakisch, 1959);
Maliot Princ (mazedoniscj, 1960);
Chotto Rajkumar (bengalisch, 1970);
Pangeran Kecil (indonesisch, 1979);
Prans-e Kuchek (dari, 1983).

Entdecken Sie Jaumes gesamte Sammlung auf : http://elpetitprincep.eu


Den kleinen Prinzen studieren


„Der kleine Prinz“ allein ist selten Gegenstand einer universitären Forschung. Eine Ausnahme von der Regel ist jedoch Laurent de Galembert, heute Lehrer, der den „kleinen Prinzen“ zum Thema seiner Diplomarbeit gemacht hatte. Laurent ist noch keine sechs Jahre alt, als er, noch bevor er lesen kann, dem „kleinen Prinzen“ begegnet. Sein „erstes Buch“ ist in Wirklichkeit eine Audiokassette. Gérard Philippe liest das Märchen von Antoine de Saint-Exupéry. Der bezaubernde Tonfall dieser so eigentümlichen Stimme bleibt in der Erinnerung des Kindes verhaftet. Später entdeckt er durch die Lektüre von „Die Zitadelle“ weitere Facetten von Antoine de Saint-Exupéry. Am Ende seines Studiums möchte er den ganz besonderen Charme, des Textes, dem er als als Kind „erlegen“ war ergründen.

Die Analyse des „kleinen Prinzen“
Handelt es sich bei diesem für Kinder geschriebenen und sich an „große Leute“ richtenden Text nun um ein Märchen oder einen Mythos? Laurent de Galembert verwirft einen biografischen Ansatz, der es nicht ermöglicht, das Funktionieren eines Textes zu verstehen, und entscheidet sich gegen eine psychoanalytische Analyse, die seiner Meinung nach in diesem speziellen Fall nicht stichhaltig wäre; er beschließt somit, den Text mit den Instrumenten der strukturalistischen Erzähltextanalyse nach Vladimir Propp und Algirdas Julien Greimas zu untersuchen. Er entdeckt, dass die Reise des kleinen Prinzen eine „Parodie“ des philosophischen Märchens ist. Der Ansatz des Autors ist für Laurent de Galembert „hybrid“: Indem der Autor eine traditionelle literarische Form umgeht, verfeinert er diese, um sie zu parodieren“ und findet sich schließlich im Mythos wieder. Dies erklärt für Laurent de Galembert den Erfolg und die Universalität des „kleinen Prinzen“. Der Text erhält seine Anziehungskraft zugleich durch die Naivität des Märchens und die Gravität des Mythos, spricht sein kindliches Publikum durch einen extrem einfach geschriebenen Text an und gewinnt sein erwachsenes Publikum durch eine Vision, die der Welt einen Sinn verleiht.

Laurent hofft, dass seine Arbeit diejenigen zum Schweigen bringt, die dem Text eine gewisse „Manieriertheit“ vorwerfen: ganz im Gegensatz zu dem Eindruck, der aus einer oberflächlichen Lektüre entstehen kann, ist der Text des „kleinen Prinzen“ zugleich von einer poetischen Nostalgie und einer Verzweiflung geprägt, die nur durch die Erkenntnis überwunden werden kann, dass die Welt, die uns umgibt, Schein ist. Indem Laurent de Galembert die unterschiedlichen Lektüreebenen identifiziert, arbeitet er die immense Reichhaltigkeit eines Textes heraus, dessen Einfachheit ein Mittel ist, um sich an weitere, weitaus komplexere Bedeutungen heranzutasten.

8 Jahre später
Laurent de Galemberts Abschlussarbeit wurde mit der Note Gut bewertet und ist inzwischen im Verlag Le Manuscrit erschienen. Mit dem heutigen Abstand findet er sie allerdings unzureichend: „Ich denke, dass gewisse Dinge überarbeitet werden müssten“, so Laurent. Inzwischen hat er seine Diplomarbeit online gestellt. Unmittelbar danach füllte sich seine Mailbox mit Nachrichten aus der ganzen Welt: von Akademikern auf der Suche nach neuen Forschungsergebnissen, von Unbekannten, die ihn über ihre Passion für den „kleinen Prinzen“ berichten. Andere wiederum bitten ihn um seine Meinung zu ihrer eigenen Analyse des philosophischen Märchens von Saint-Exupéry.
Über die literarische Analyse hinaus ist Laurent de Galembert immer noch dem „kleinen Prinzen“ verbunden, ergriffen von einem Text, der uns lehrt, dass unser Körper eine Hülle ist: „man soll nicht traurig sein um solche alten Hüllen“, sie sind nichts als die Hülle dessen was bleibt, dessen, was unsterblich ist. In diesem Sinne ist auch Antoine de Saint-Exupéry selbst – dank diesem kleinen Burschen – in unserem Leben immer präsent ist. Laurent de Galembert hat ein ganzes Regal auf dem er verschiedenste Gegenstände versammelt, die mit dem „kleinen Prinzen“ zu tun haben. Antoine de Saint-Exupéry ist für ihn auch heute ein Bezugspunkt: Niemand spricht besser über „Brüderlichkeit.“

Weitere Texte von Laurent de Galembert finden Sie auf seiner Website : http://nitescence.free.fr/memoires.htm


Patrick: Sammler


Photo de Patrick Tourreau „Der kleine Prinz“ ist in der Verlagswelt ein Phänomen, das dazu führt, das unterschiedlichste Sammelleidenschaften entstehen. Patrick Tourreau ist einer der vielen Sammler von unterschiedlichen Ausgaben und Übersetzungen der Fabel von Antoine de Saint-Exupéry. Der 35-jährige Franzose ist Ingenieur und lebt derzeit in den USA.

Wie viele Freunde des „kleinen Prinzen“ erhielt Patrick das Buch von seiner Patentante. Der kleine Junge erfasst bei weitem nicht alle Bedeutungen eines so reichhaltigen und komplexen Textes, nimmt jedoch seine Lektüre dreizehn Jahre später als Student wieder auf. „Ich habe das Buch wieder gelesen und sehr gemocht. Es schien mir, dass ich ganz dringend eine Botschaft weitergeben sollte: „Achtung! Die Affenbrotbäume!“ Das Bild war so stark und die Gefahr so offensichtlich.

Die Liebe zu Sprachen als Ausgangspunkt
Damals wollte Patrick fasziniert von ihrer Vielfalt „Sprachen sammeln“. Er wollte die Schriften vergleichen und interessierte sich für die unterschiedlichen Übersetzungen von Micky-Mouse-Heften, „Tim und Struppi“ und „Asterix“. „Die Idee, denselben Text in mehreren Sprachen zu haben, bildete sich immer stärker aus.“ Nachdem er mit 21 Jahren den „kleinen Prinzen“ wiederentdeckt hatte, wird Patrick klar, dass sein Vorhaben sich dank der zahlreichen Ausgaben und Übersetzungen, deren Verbreitung in der Welt alle anderen Bücher in den Schatten stellt, umgesetzt werden kann. Während eines Aufenthaltes in den Niederlanden beginnt er seine Sammlung mit einem „kleine Prinzen“ auf Niederländisch. Deutsche, dänische und schwedische Fassungen kommen hinzu. Die Familie, Freunde und sogar Freunde von Freunden beginnen, Patrick Exemplare des „kleinen Prinzen“ in verschieden Sprachen zukommen zu lassen. Patrick stößt seinerseits auf amerikanische und japanische Ausgaben des „kleinen Prinzen“.

Internet, das Werkzeug des Sammlers Collection du Petit Prince - Patrick Tourreau
10 Jahre zuvor schenkt ihm ein Freund einen Webspace, damit Patrick seine Sammlung zeigen und Kontakte mit anderen Sammlern knüpfen kann. Patrick sammelt seine Informationen im Internet, gibt Annoncen auf, sucht nach fehlenden Exemplaren und schlägt Tauschgeschäfte vor. Durch seinen Webauftritt nimmt Patrick Kontakt mit Übersetzern, Verlagen, Journalisten und Sammlern in der ganzen Welt auf. Seine Sammlung zählt heute über 400 Exemplare des „kleinen Prinzen“ in 150 Sprachen. Es fehlen ihm rund 20 Sprachen. Die Bücher beanspruchen lediglich vier Regalmeter: ein wenig wie das Bild der Menschheit, zusammengepfercht auf einer kleinen Pazifikinsel. Der Sammler hat seinen Schatz immer bei sich, ob in Frankreich oder in den USA. Wenn man ihn fragt, ob der Text für die jungen Generationen von Bedeutung sein kann, antwortet Patrick mit einer rhetorischen Frage: „Sind die Bedrohungen von heute wirklich anders als vor 60 Jahren? Wir sind für unsere Rosen verantwortlich. Wir leihen uns die Erde von unseren Kindern.“

Besuchen Sie Patrick Tourreau aus seiner Website und entdecken Sie die Exemplare, die er doppelt hat, wer weiß …:  http://www.patoche.org/lepetitprince


Jedem sein Planet: neue Freunde für den kleinen Prinzen


Laure und Julien Castigue wünschten sich eine besondere Hochzeitsreise. Mit dem „kleinen Prinzen“ in ihrer Reisetasche machten sie sich auf den Weg, um Kinder aus der ganzen Welt zu treffen und sie zu bitten, ihnen „ihren Planeten“ zu zeigen.

Beide reisen gern. Ihr Segelschiff hatte sie von Island über Norwegen nach Costa Rica gebracht. Ihr eigentlicher Traum war jedoch eine lange Reise um die Welt! Eine große Reise, die nützlich und großzügig sein sollte. Als Laure ihren Schülern im Therapeutisch-Pädagogischen Institut in Morcenx (Landes) den „kleinen Prinzen“ vorstellte, hatte ein Schüler die Idee, seinen eigenen Planeten zu zeichnen. Das war genau die Idee, nach der sie gesucht hatten.

Der kleine Prinz: sich einander vertraut machen und gemeinsam kreativ sein
Das Projekt von Laure und Julien besteht darin, Gruppen mit Kindern zu bilden, denen sie die Geschichte vom „kleinen Prinzen“ erzählen. Laure spielt den kleinen Prinzen, Julien alle anderen Figuren. Sie zeigen ihrem Publikum die Zeichnungen des Autors. Wenn sie zu der Stelle kommen, an der sich der kleine Prinz auf die Reise zu anderen Planeten begibt, schlägt Laure den Kindern vor, sich ihren eigenen Planeten auszudenken und zu beschreiben, einen Planeten, auf dem sie gern leben würden und dessen „kleiner Prinz“ sie wären. Jedes Kind erhält ein Blatt Papier, auf dem ein Kreis den Planeten symbolisiert, den die Kinder zu ihrem Planeten machen sollen. Dies ist nicht immer ganz einfach: manche Kinder zögern, haben Angst, sich ungeschickt anzustellen, andere sind übereifrig und kämpfen mit zu viel Bildern, die ihrer Fantasie entspringen. Laure und Julien helfen jedem Kind bei seiner Zeichnung. Anschließend lädt jedes Kind, die anderen auf seinen Planeten ein, wobei Kameradschaft und Interesse an den Ideen der anderen im Vordergrund stehen. Danach geht die Vorführung weiter und am Ende werden die Kinder aufgefordert, sich gemeinsam einen Planeten auszudenken, der Kindern in einem anderen Land geschenkt werden soll.

Verbindungen in der ganzen Welt schaffen
Am 15. Oktober 2008 traten Laure und Julien in Begleitung des „kleinen Prinzen“ ihre große Reise an. Die einzelnen Etappen sind unter anderem Russland, Vietnam, Indien, Nepal und Bolivien. Nicht weniger als 15 Länder, in denen Laure und Julien Kindern begegnen wollen, um ihnen den kleinen Prinzen nahe zu bringen und sie ihren Planeten zeichnen zu lassen. Von Land zu Land und von Planet zu Planet sind zwei „große Leute“ auf Reisen und bemühen sich wie Antoine de Saint-Exupérys kleiner Held darum, dass Kinder, die sich nicht kennen, sich gegenseitig entdecken und der Bitte des Fuchses folgen: „Wenn du einen Freund willst, so zähme mich!“ Das Projekt von Laure und Julien hört jedoch nicht hier auf. Mit Hilfe eines Fragebogens möchten sie Informationen von älteren Menschen sammeln, um ihnen zu ermöglichen, grenzübergreifende Kontakte zu knüpfen. Wieder stellt „Der Kleine Prinz“ seine Fähigkeit unter Beweis, Menschen von überall her, zu vereinen, ihnen eine Botschaft von Freundschaft, Hoffnung und Großzügigkeit zu bringen, deren gemeinsamer Nenner die humanistischen Ideen von Antoine de Saint-Exupéry sind.

Sie können Laure und Julien bei Reise auf ihrer Website begleiten: http://achacunsaplanete.com